Mittwoch, 9. Januar 2008

Special: Gold in Südafrika

Gold Reef City
Link zur offiziellen Gold Reef City Website


Ich würde sagen eine Mischung aus Freizeitland-Geiselwind und der Bergbauabteilung des Deutschen Museums, mit angegliedertem Las Vegas.
Erbaut auf dem Gelände einer ehem. Goldmine, mit Besichtigungsmöglichkeit unter Tage.


Gold hat die Entwicklung Südafrikas in den letzten 150 Jahren maßgeblich geprägt. In Folge der ersten Goldfunde Mitte des 19. Jahrhunderts, hat sich sehr schnell ein Wirtschaftszweig daraus entwickelt, ohne den es das heutige Südafrika so nicht geben würde. Die Entdeckung der Goldkonglomerate des Witwatersrand Basins haben Südafrika zum größten Goldproduzenten der Welt werden lassen.

Aus den Goldgräbersiedlungen von damals entwickelten sich florierende Städte. Die größte Bedeutung erlangte dabei Johannesburg. 1886 gegründet, ist sie heute die größte Stadt Südafrikas und Sitz der meisten Minengesellschaften. Ihren Namen erhielt sie von dem gemeinsamen Vornamen der beiden Gründer. In der Sprache der Eingeborenen heißt sie Egoli, was so viel wie „Stadt des Goldes“ bedeutet.

Gold gehört zu den begehrtesten Edelmetallen der Welt. Dies liegt einerseits an seinen besonderen Eigenschaften, andererseits an seinem Aussehen. Seinen Namen erhält Gold wohl vom indogermanischen Wort „ghel“, was so viel wie „schimmernd, blank“ bedeutet. Den gleichen Ursprung haben die Wörter „gelb, glänzend und glühend“.
Gold liegt in der Häufigkeitstabelle der Erdkrustenelemente auf Platz 75 mit einem Gehalt von 0,005g/t.
Goldbergbau ist ein sehr arbeitsintensiver Industriezweig, weshalb schon immer eine große Anzahl von Menschen durch die Aussicht auf Arbeit angezogen wurden. Später wurden die Arbeiter auch gezielt angeworben, um den Mangel an Arbeitskräften auszugleichen. Die meisten Bergleute kommen vom Land, da sie als fügsamer und billiger gelten. Es gibt zwei Gesellschaften, die sich nur mit dem Anwerben von Arbeitern beschäftigen, eine davon besitzt eigens für diesen Zweck sogar eine Fluglinie. Da die Angestellten unterschiedlichsten Volksgruppen angehören, hat sich zur besseren Verständigung eine eigene Sprache entwickelt, das Fanakalo. Es ist eine Mischsprache aus Elementen von Englisch und Zulu, besteht aus ca. 500 Vokabeln und muss vor Arbeitsbeginn von jedem gelernt werden.
Der Goldbergbau steuert gut fünf Prozent zu Südafrikas Brutto-Inlandsprodukt bei und beschäftigt knapp 100.000 Menschen.
Den historischen Höchstständen des Goldpreises stehen in Südafrika historische Tiefststände bei der Förderung entgegen. Lag das absolute Förderhoch 1970 bei 910 Tonnen, sank die Produktion seit dieser Zeit auf unter 275 Tonnen Gold im Jahr 2006.
Ursache sind nachlassende Goldvorkommen, die die Minenbetreiber zu Übernahme- und Ausbauplänen sowie immer tieferen und technisch anspruchsvolleren Bohrungen zwingen.
Bei einer Minentiefe von 3.600m entspricht der herrschende Druck einer Meerestiefe von 10.000 Metern auf das Gestein. Spezielle Bohrmaschinen wurden entwickelt, die mit diesen Bedingungen fertig werden können. Zusätzlich werden noch Sprengungen vorgenommen.
Mit modernster Technik sollen Bergwerke wie die noch aus den 1930er Jahren stammende Driefontein-Mine bis in 4121 Meter Tiefe getrieben werden. Am Ende der Ausbaustufe wäre es damit das tiefste Goldbergwerk der Welt.
Technologisch betreiben die Goldförderer einen enormen Kraftakt. Die Temperaturen unter Tage liegen in 4000 Metern bei 59 Grad Celsius, Wasser hat Badetemperaturen. Die Unternehmen gehen davon aus, dass die Kumpel trotz Hochgeschwindigkeits-Aufzügen und Untertage-Bahnen pro Schicht drei Stunden zum Arbeitsplatz unterwegs sind. Noch offen ist die Frage, wie sie im Ernstfall schnell gerettet werden können. Zudem sind Teile der Bergwerke mehrere Jahrzehnte alt - mit Rohren und Leitungen, die nicht immer in bestmöglichem Zustand sind.
Die Konzerne wagen sich zunehmend auf Neuland vor. Technisch anspruchsvolle Kühl- und Klimaanlagen sind ebenso nötig wie ein schneller Transport der Arbeiter. Die rackern bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit - oftmals parallel zu illegalen Banden, die in den stockdunklen Seitenarmen kommerzieller Bergwerke auf eigene Faust tätig sind. Seismische Aktivitäten sorgen zudem immer wieder für Unfälle. Der Goldbergbau, der vor rund 120 Jahren zur Gründung der Stadt Johannesburg führte, konzentriert sich im Wesentlichen auf den Grabenbruch am Witwatersrand, der auch die Namensgeber des nationalen Zahlungsmittels - des Rand - inspirierte.


Hart verdientes Gold

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