Cango Caves, nahe Oudtshoorn
Link zur offiziellen Website
Die Cango Caves bei Oudtshoorn gehören zu den grössten Tropfsteinhöhlen der Welt. In den weit verzweigten unterirdischen Anlagen kann man ausgedehnte Spaziergänge unternehmen. Die Tropfsteinformationen sind teilweise bunt beleuchtet. Tief unter den mächtigen Swartbergen befindet sich ein riesiges unterirdisches Höhlensystem.
Unter Tropfstein versteht man in der Geologie verschieden geformte Gebilde, die vorwiegend aus Kalziumkarbonat CaCo3 bes
tehen. Sie entstehen dadurch, dass kalkreiches Wasser aus Gesteinsfugen herabtropft und verdunstet. An den Decken der Tropfsteinhöhlen bilden sich herabhängende Stalaktiten. Am Boden wachsen ihnen dann Stalagmiten entgegen. Manchmal verbinden sich Stalaktiten und Stalagmiten zu Stalagnaten als durchgehende Tropfstein-Säule.
Wie die am Eingang gefundenen Werkzeuge und Höhlenmalereien bekunden, wurde die Höhle vor etwa 10.000 Jahren erstmals von den Khoisan besiedelt. Aber ohne tragbares Licht konnten die Bewohner der Vorzeit nicht weit in die Höhle eindringen. Man fand nur am Höhleneingang menschliche Spuren. Vor etwa 500 Jahren müssen die San dann die Höhle verlassen haben. Von den Bushmanzeichnungen sind heute leider nicht mehr viel übrig geblieben. Nur Fledermäuse verirrten sich in der Tiefe, und ihre Skelette wurden vom durchsichtigen Kalzit versteinert.
Im Jahre 1780 stolperte zufällig ein Hirte in die Höhle, als er einem verwundeten Bock folgte, der hier verschwunden war. Der Mann erzählte die Entdeckung seinem Aufseher Barend Appel, der als
Lehrer und Farmmanager beim Farmbesitzer van Zyl angestellt war. Appel informierte van Zyl über den Höhleneingang. Diesen interessierte die Entdeckung, und er führte die erste Expedition tief in die Höhle. Man gelangte bis in die van Zyl’s Hall, die eine imposante Größe von 98 m Länge, 49 m Breite und 15 m Höhe aufweist. Er entdeckte dabei ein besonders sehenswertes Tropfsteingebilde, die sogenannte Cleopatra’s Needle (9 m hoch, schätzungsweise 150.000 Jahre alt).
Man weiß nicht genau, wie weit van Zyl in die Höhle eingedrungen ist. Nach und nach gelangten Forscher weiter, bis sie nach 762 m vom Eingang glaubten, an das Ende des Höhlensystems gekommen zu sein. Doch
andere Höhlenforscher gelangten bald zu der Überzeugung, dass es eine Fortsetzung der Höhlen geben müsse, da es hier frische Zugluft gab. Allerdings versperrten verzwickte Tropfsteinformationen und Felsen den Weg. Bis hierher bezeichnet man die Höhle als „Cango 1“, und sie wurde so ausgestattet, dass Touristen die Schönheit dieser „Unterwelt“ bequem bewundern können (z.T. raffiniert illuminiert, was nicht Jedermanns Geschmack ist). Die größte Höhle im Abschnitt Cango 1 ist 107 m lang und 17 m hoch, die höchste Tropfsteinformation ist eine 12,5 m hohe Säule in Botha’s Hall. Das Alter der Formation wird auf 250.000 Jahre geschätzt.
Das Geheimnis um den weiteren Verlauf der Cango-Höhlen wurde erst in neuerer Zeit geklärt. 1956 begutachtete eine Expertenkommission die Höhlen und fand folgendes heraus: Wenn draußen der Atmosphärendruck fiel, strömte Luft aus der Höhle heraus; stieg dagegen der Luftdruck draußen, so floss frische Luft in die Höhlen. Diese Beobachtung führte zu der Vermutung, dass es eine Fortsetzung der Höhlen geben musste. Diese Spekulation faszinierte zwei der Berufsführer, James Craig-Smith und Luther Terblanche, derart, dass sie einen großen Teil ihrer Freizeit opferten, um das Geheimnis zu lüften. In der letzten Höhle – im „Devil’s Workshop“ – folgten sie einem Luftzug, der sie zu einem schmalen Spalt führte. Monatelang vergrößerten sie die kleine Öffnung und gelangten schließlich am 17. September 1972 in ein neues Wunderland, das sie „Cango 2“ nannten und welches eine Gesamtlänge von 270 m aufweist.
Zur weiteren Erkundung wurden Spezialisten eingeladen. Sie fanden am Ende einen Wasserlauf, der Richtung Eingang zurücklief und sich etwa 20 m unterhalb der Höhlenebene befand. Zwei Männer folgten dem Strom, bis sie auf ein Hindernis stießen.
Im Jahre 1975 brachte man schließlich eine leistungsfähige Pumpe mit und senkte den Wasserspiegel so stark ab, bis man dem Wasserablauf folgen konnte und in die Fortsetzung des Höhlensystems, „Cango 3“, gelangte. Der neu entdeckte Abschnitt erwies sich mit 1.600 m Länge als doppelt so lang wie Cango 1 und 2 zusammen. Die erste Halle in Cango 3 alleine weist eine Länge von 300 m auf! Und man vermutet, dass dies noch nicht das Ende der Höhle ist.
Cango 2 und 3 stehen für den Besucher nicht offen. Dies ist insofern zu begrüßen, als man heute weiß, dass große Besucherströme die Schönheit der Tropfsteinhöhlen stark beeinträchtigen. Aktuell geht man davon aus, dass das Höhlensystem eine Gesamtlänge von über 5 km hat.
Sonntag, 20. Januar 2008
Special: Cango Caves
um
18:04
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen